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Charly Horvath Nice - Music



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Patty Moon - Lost in your head

Es gibt nicht mehr allzuviele Trip Hop - Künstler von internationalem Format, die sich momentan mit bemerkenswerten Scheiben ans Licht der Öffentlichkeit begeben.

Schade eigentlich! Aber vielleicht liegt es ja auch daran, dass sich in der Vergangenheit einfach zu viele Bands am Sound von Massive Attack, Portishead, Björk, Tricky oder Morcheeba orientierten. Die Folge war eine unübersichtliche Flut von mehr oder weniger gelungenen Produktionen. Leider begnügten diese sich oft damit , sich in den fest abgesteckten Grenzen des Genres zu tummeln, um nicht zu sagen, längst Gesagtes leicht verändert zu wiederholen.

Mit "Lost in your head" ist nun endlich wieder einmal eine deutsche Produktion am Start, die eine ganze Menge Überraschungen und auch eine gehörige Portion Eigenständigkeit zu bieten hat. Auch wenn "Patty Moon" das Rad des Trip Hop nicht gerade neu erfinden, so sind sie doch alles andere als ein weiterer Klon im Pool der moll-seeligen Breakbeat-Fraktion. Die Stimme von Patty Moon erinnert dabei zwar durchaus gelegentich an Alison Goldfrapp, Emilia Torrini oder auch immer wieder an die isländische Eisfee Björk, trotzdem begibt man sich hier konsequent auf das durchaus dünne und zerbrechlich anmutende Eis jenseits ausgetretener Pfade.

Im Gegensatz zum Erstlingswerk „Clouds Inside“ aus dem Jahre 2004, setzt die Band dieses Mal deutlich mehr auf fragile Arrangements, auf klassische Elemente und natürlich auf die zeitweise fast schon ätherisch wirkende Stimme von Sängerin Judith Heusch. Wäre nicht der melancholische Grundsound und die gelegentlichen elektronischen Einwürfe in Form von Effekten und mehrheitlich dezenten Beats, würde man "Lost in your head" wohl eher als melancholisch-kammermusikalisches Kleinod bezeichnen, den als Trip Hop oder gar Popmusik.

„Lost In Your Head“ ist ein Album der Gegensätze mit wunderschönen Melodien und Arrangements. Fast im Kontrapunkt dazu die Texte über Angst, Isolation und die Schattenseiten des Lebens. Im Vergleich zu „Clouds Inside“ ist das neue Werk sperriger und auch deutlich düsterer. Ich bin sehr gespannt auf das nächste Album, auf das wir hoffentlich nicht wieder vier lange Jahre warten müssen. Dann wird sich zeigen wo "Lost in your head" einzuordnen ist. Die Musik von Patty Moon gibt sich nicht unbedingt als leichte Kost, ist aber wohl auch gerade deshalb ein durchaus empfehlenswertes Album.

Earth Ling (August 2008 )

Anspieltipps: Deal, Lost in your head

 


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