Eine kleine Einführung in die klassische indische Musik
von Eva Maria Dantzer
Die klassische indische Musik hat ihre Wurzeln in der Vedischen Tradition, die als die Älteste Wissenstradition der Menschheit gilt. Man sagt, Gott Shiva erschuf die Welt mit den Klängen seiner Veena. (10. Jahrhundert)
Diese Musik, Klänge wurden in Indien dazu verwendet, Harmonie und Geordnetheit imBewusstsein des Zuhörers und in der Atmosphäre zu schaffen. Das geht natürlich nur, wenn man sie in der reinsten Form präsentiert, denn dann spricht sie unsere Seele (feinste u. tiefste Bewußtseinsstufe) an und wir erfahren unbegrenzte Stille und Glückseligkeit.
In meiner 15jährigen Erfahrung habe ich wenige Musiker getroffen, die diese Reinheitbehalten haben und noch wahren. Mir wurde klar, dass das Universum aus verschiedenen Frequenzen, Klängen besteht, die überall in der Natur schwingen. Das heißt, normalerweise müsste die Natur in Glückseligkeit
Schwingen, wenn es da nicht die aus dem Gleichgewicht geratene Welt gäbe, die widerum einen gesundheitsschädigenden Einfluß auf Mensch und Umwelt ausübt.
Z. B.: Die Erde dreht sich um die Sonne, Galaxien und Sterne bewegen sich…immer auf die selbe Art. Eigentlich muß es dann doch für die Natur die vollste Glückseligkeit sein, immer nur in einer Richtung zu folgen und nicht von dieser abzuweichen!
Nehmen wir mal einen Yogi, der in Glückseligkeit und Friedfertigkeit gegründet ist.
In seinerUmgebung verschwindet alle Negativität und Feindseligkeit( so die Aussage von PatanjalisYoga Sutren), was wiederum heißen würde: Negativität und Feindseligkeit sind der Ausdruck ungeordneter Gehirnfunktion, die sich alleine durch die Gegenwart einer integrierten Persönlichkeit oder integrierenden Klangwelle zu ordnen beginnen würden.
Kommen wir wieder zur indischen klassischen Musik: Ich verstehe sie als eine Möglichkeit, im Einklang zu den Naturgesetzen zu denken und zu handeln. Wenn man sie spielt oder zuhört, fühlt man ihren subtilen Einfluss in der Atmosphäre, man hört nicht nur mit den Ohren, sondern mit jeder Zelle des Körpers.
Jedmögliche negativen Gedanken verschwinden und man hat das Gefühl im Himmel zu sein. Die Frage, die ich mir dann im nachhinein gestellt habe….. Was ist, wenn ich nicht unentwegt in dieser himmlischen, glückseligen Schwingung bin?
Was machen die Menschen, die keine Möglichkeit haben, aus diesem Sumpf des Materialismus herauszukommen, die keine spirituelle Anleitung zum Leben selbst bekommen, so wie das noch die Tradition in Indien hervorbringt?
Unser materielles Universum hinterlässt tiefgreifende Spuren der Verwirrung und gestörte Naturgesetzmäßigkeiten wie Umweltkatastrophen, Waldsterben, Gesellschaftliche Mängel wie z. B. hohe Arbeitslosigkeit, Krankheitsrate, Kriminalität etc. Wie schon gesagt, hatte ich bereits vor 15 Jahren erkannt, dass unsere Gesellschaft an Grenzen gestoßen ist und sich im Kreis dreht. Nun gut, darauf möchte ich mich nicht tiefer einlassen.
Kommen wir wieder zur Indischen Klassik:
* sie ist eine ständige Quelle der Inspiration
* eine der vollkommensten Formen der musikalischen Sprache
* ein Kommunikationsmedium
* sie bringt die erhabensten Gefühle zum Ausdruck
Voraussetzung zum Erlernen ist ein Grundton, der ein Klangklima schafft, er muß als Ewigkeit akzeptiert werden und man darf keine Veränderung von ihm erwarten.
Dieser Grundton ist die Basis, auf dem das musikalische Bauwerk ruht.
Dann muß man lernen wahrzunehmen und zwar jedes melodische Element für sich und unabhängig in seiner Beziehung und zum Grundton. Nicht die melodische Folge von den Tönen ist wichtig, sondern die Gesamtheit aller Töne. Töne formieren sich zu Melodie und Rhythmus, alles gerät in Fluß das wäre der Prozess der „ Geburt der Schöpfung“. Das Bewusstsein des Musikers ist also auf das Gebäude als Ganzes gezielt und nicht auf einer Melodielinie.
Hier die bedeutendsten indischen Musikinstrumente:
Tablas
Harmonium
Sarod
Flöte
Sitar links
Tanpura rechts
Sitar
Sie hat einen ca. 1 m langen Hals, auf dem insgesamt 17 verschiebbare Messingbünde sitzen. Darüber verlaufen 2 bis 4 Spielsaiten. Ihre Schwingungen werden von einem Steg aus Knochen auf den Resonanzkörper übertragen, einem ausgehöhlten Kürbis mit Holzdecke. Neben den Spielsaiten verlaufen vier weitere Bordunsaiten, die nicht abgegriffen, sondern zwischen dem Anreißen der Spielsaiten angeschlagen werden. 11 Resonanzsaiten verlaufen unter den Bünden. Auf diesem Instrument lassen sich alle Mikrotöne hervorbringen.
Tanpura
Sie besteht aus einer bundlosen, meist mit 4 Saiten bespannten Langhalslaute.
Es gibt auch 5 und 6saitige!
Auf ihr wird ein Halteton als Grundton gespielt. Dieses ist sehr wichtig als unveränderlicher Bezugspunkt für den Raga und somit für den Hauptmusiker.
Tablas
Bestehen aus Tabla und Banya. Einmal die zylindrische Holztrommel für die rechte Hand, meist mit dem Grundton ( Sa) gestimmt und die halbkugelförmige, in verschiedenen Tonhöhen gestimmte Metalltrommel für die linke Hand. Gestimmt wird sie mit den kleinen Holzblöckchen unter den Haltebändern. Dieses Instrument verkörpert durch ver-
Schiedenen Anschlagtechniken das rhythmische Element.
Sarod
Ein halbkugelförmiger mit einer Decke aus Tierhaut bespannter Klangkörper aus Holz.
Das bundlose Griffbrett auf dem breiten Hals besteht aus einer polierten Metallplatte.
Es gibt vier Spielsaiten, die mit einem Plektron gezupft werden. Daneben erklingen ein
Doppelchöriges Saitenpaar mit dem Grundton, sowie 17 Resonanzsaiten.
Bansuri (Bambusflöte)
Sie wird in Indien mit Gott Krishna assoziiert, der sie gespielt haben soll.
Meist ist sie ein kleines Instrument und hat sieben Grifflöcher und ein zusätzliches auf der
Unterseite. Als Material kann sie außer Bambus auch aus Kupfer oder Silber sein
Ich bin auch heute noch mit indischer klassischer Musik in Verbindung, doch sie zu
Lehren erfordert das Interesse der Menschen Musik als Dialog zur Vollkommenheit zu fühlen Die indische Klassische Musik war für mich eine Form um Zugang zu verschiedenen Aspekten der Schöpfung zu erhalten und zu fühlen, wie sich Einheitlichkeit, Mensch und Kosmos offenbaren könnte.
Eva Maria Dantzer
Eva Maria Dantzer war jahrelang Leiterin des „Hamburger Instituts für klassische indische Musik“ und hatte darüber hinaus auch eine Gesangsausbildung in Indien.
Musik vom „Hamburger Instituts für klassische indische Musik“ finden Sie auch
hier bei CoArt-music!