Freternia – metallische Traumwelten
Schon wieder Schweden! Die haben doch etwas im Wasser … muss so sein. Aus dem unendlich scheinenden schwedischen Musiker-Genpool haben wir diesmal eine Metalband aus Südschweden mit dem Namen FRETERNIA ausgewählt.
Nie gehört? Das wird sich ändern!
Wir nahmen einen sympathischen und mitteilsamen Peter Wiberg, seines Zeichens Bassist beim neuesten Schwedenexport, ins Verhör.
CP: Bitte erzähle uns doch ein wenig über eure Band FRETERNIA!
Peter: Wir sind eine Metalband aus Boras, einer ziemlich kleinen Stadt östlich von Göteborg in Schweden. Die Band wurde 1998 gegründet und im Moment spielen dort ausser mir Tomas Wäppling, Gitarre, Tommie Johansson, Keyboards, Martin Tilander, Schlagzeug und Pasi Humppi am Mikrofon. Im Jahr 2000 erschien unsere erste CD namens “Warchants And Fairytales” und jetzt steht unser zweites Album “A Nightmare Story” kurz vor der Veröffentlichung. Es ist ein Konzeptalbum und wir sind sehr glücklich mit dem Ergebnis. Leute, die schon unsere erste Scheibe “Warchants And Fairytales” kennen, werden einige neue Elemente in unserer Musik finden. Wir hoffen, dass wir diesmal ein grösseres Publikum erreichen.
CP: Nach eurer ersten CD hat sich das Lineup der Band doch recht stark verändert. Was hatte es damit auf sich?
Peter: Als das erste Album aufgenommen wurde war ich kein Bandmitglied und möchte deswegen auch nicht über die Gründe sprechen, warum einzelne Leute die Band verliessen, aber in der Tat löste sich FRETERNIA im April 2001 auf. Als wir uns im letzten Sommer wieder zusammenschlossen, mussten wir einige Dinge ändern, um eine kontinuierliche und problemlose Weiterarbeit sicherzustellen. So weit ich das beurteilen kann, war die Chemie und Atmosphäre in der Band nie besser als heute und wir arbeiten daran, dass es so bleibt. Für mehr Informationen über die Gründe, warum verschiedene Leute FRETERNIA verliessen, möchte ich auf die Biografie auf unserer Homepage www.freternia.com verweisen.
CP: Du hast gesagt, dass “A Nightmare Story” ein Konzeptalbum ist. Worum geht es denn in der Geschichte?
Peter: Das Album erzählt die Geschichte eines Mannes, der jede Nacht den selben Traum hat. Er hört Stimmen seltsamer Geschöpfe, die versuchen, ihm etwas mitzuteilen, das er aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht verstehen kann. Langsam erkennt er ein Muster und findet schliesslich heraus, dass der menschliche Geist während des Schlafes durch ein Portal reisen und eine andere Welt besuchen kann. Er entscheidet sich, diese Reise zu machen. In jener Welt nehmen all diese Kreaturen und Stimmen konkrete Formen an und werden Realität, genau so wie man es nicht möchte, wenn man träumt. An diesem Punkt beginnt die Geschichte mit dem Opener der CD “Grimbor The Great”. In den folgenden Kapiteln findet sich der Mann in der Rolle des Retters dieser Welt, obwohl er Zweifel hat. Was wir damit sagen wollen ist, dass niemand jemals Erfolg haben wird, wenn er nicht an sich glaubt. Das ist die Moral dieser Geschichte.
CP: Wer hat euch als Musiker oder als Band beeinflusst?
Peter: Ich glaube, es gibt einen Unterschied zwischen Einflüssen und den Dingen, die uns beim kreativen Prozess in der Band FRETERNIA inspiriert haben. Wenn du aufwächst, lernst du diese ganze coole Musik kennen und denkst: “Lass uns so wie die spielen!” Aber diese Phase haben wir hinter uns. Als wir 1998 mit FRETERNIA begannen, hatten wir alle vorher schon in verschiedenen Bands mit verschiedenen musikalischen Backgrounds gespielt. Deswegen bevorzuge ich, über die Dinge zu sprechen, die uns bei FRETERNIA inspiriert haben. Zuerst fühlen wir uns verantwortlich, den Leuten, die uns all die Jahre unterstützt haben, etwas zurückzugeben. Diese Leute sind uns sehr wichtig und inspirieren uns, unseren Weg immer weiter zu gehen. Als Musiker versuche ich auch, andere Musiker in verschiedenen Situation wie Interviews, auf der Bühne usw. zu beobachten und zu verstehen, warum sie von den Fans und den Medien respektiert werden … oder warum eben nicht. Um es kurz zu machen: Es gibt sehr viele verschieden Leute, die uns inspirieren und beeinflussen.
CP: Wie kommt es eigentlich, dass eine schwedische Band bei einer spanischen Plattenfirma unter Vertrag ist?
Peter: In Schweden gibt es nur wenige Labels, die bereit sind, Metal Bands unter Vertrag zu nehmen. Wie du vielleicht weisst waren wir für unser erstes Album dennoch bei einer schwedischen Plattenfirma. Allerdings ging diese kurz nach der Veröffentlichung des Albums pleite. Aus dieser Erfahrung heraus haben wir es vorgezogen, diesmal mit einer seriösen Firma zusammenzuarbeiten. Heavy Metal gibt es auf der ganzen Welt und die Nationalität spielt keine Rolle. Die Kommunikation ist das wichtigste und die Kommunikation mit unserem neuen Label “Arise Records” klappt sehr gut.
CP: Was sind eure Pläne für die Zukunft? Wird es eine Tour geben?
Peter: Wir würden liebend gerne eine Tour machen und das zu erreichen ist unser Hauptziel in der näheren Zukunft. Bis dahin versuchen wir, jeden Gig zu spielen, den wir bekommen können … im Moment leider nur in Schweden. Aber ich kann dir sagen, dass wir sind mehr als bereit sind, im Ausland zu spielen, wenn uns jemand buchen möchte. Wir haben auch schon begonnen, neues Material für das nächste Album zu schreiben. Wir versuchen, immer nach vorne zu schauen und im Moment planen wir, unsere Musik auf eine neue Ebene zu bringen. Wenn du “Warchants And Fairytales” mit “A Nightmare Story” vergleichst, wirst du eine grosse Weiterentwicklung zwischen den Alben bemerken. Wir werden niemals das selbe Album zweimal machen.
CP: Gibt es noch etwas, das du unsere Leser wissen lassen möchtest?
Peter: Testet “A Nightmare Story” an und besucht uns bei www.freternia.com.
CP: Vielen Dank und viel Erfolg!
Peter: Danke für euer Interesse an unserer Musik!
Diskografie:
“Warchants And Fairytales” (2000)
“A Nightmare Story” (2002)
Dieses Interview wurde uns mit freundlicher Genehmigung von dem Musik-Journalisten Christoph Pöschl zur Verfügung gestellt!
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