Der Eurovision Song Contest 2007

Kampf der Kulturen oder hochglanzpolierte "Zur-Schaustellung" kompositorischer Einfalt?

Alle Jahre wieder, das gleiche Schauspiel und doch ist es jedes Mal auch wieder irgendwie anders!

(Ein durchweg subjektiver Artikel, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit und wohl auch jenseits korrekter Darstellung der Begebenheiten.

Die Show beginnt!

Die Show startet und natürlich bekomme ich genau das, was ich erwartet habe: Songs nach Strickmuster „F“, langweilig, weil zu jeder Sekunde vorhersehbar. Obwohl professionell präsentiert und produziert ist das dann doch nicht viel mehr als akkustischer Sperrmüll. Belanglos, überflüssig und nichtssagend!

Erster ganz privater Lichtblick ist dann die finnische Rock-Sängerin Hanna Pakarinen mit einem durchaus gelungenen Rocktitel. Allerdings  landet sie  schlußendlich weit abgeschlagen auf einem der hintersten Ränge, obwohl der Song deutlich besser ist als der finnische Vorgänger von „Lordi“, der ja bekanntermaßen den letztjährigen Grand-Prix für sich entscheiden konnte. Schade eigentlich!

Danach hat sie mich wieder, die ewig gleiche Mixtur aus aufwendiger visueller Darbietung und proportional entsprechend dürftiger Komposition. Richtig zur Ruhe komme ich jedoch dieses eine Mal nicht: Schon drei Akteure später betritt eine Sängerin die Bühne, die Janis Joplin für sich als Vorbild proklamiert.

Nun Janis Joplin ist sie mit Sicherheit nicht, aber immerhin kann sie singen und sie legt einen Auftritt hin, der fast schon in den Club von nebenan gepasst hätte! Gar nicht übel!

Wie mag erst das Programm auf den anderen Kanälen sein?

Ein kurzer Lichtblick, dann geht es aber doch wieder  weiter mit dem schon gewohnt dürftigen Mittelmaß. Interessant ist nur, dass eine solche Veranstaltung immer noch unzählige Menschen vor den Bildschirm lockt.

Ein kleines, ganz subjektives Highlight ist dann etwas später der minimalistisch vorgetragene Song „Visionary Dream“ von Sopho Khalvashi. Interessant zu hören, wie der deutsche Moderator sich erst über die Hotpants der Vorgängerinnen auslässt, um sich dann bei diesem, durchaus gelungenen Song, praktisch über das Fehlen jeglicher Effekthascherei zu mokieren. Die Nummer hat durchaus etwas von der Qualität des letztjährigen Songs von Raab´s Schützling Max. Oder ist das auch schon wieder zwei Jahre her? Stimmt, letztes Jahr war das ja Olli Dietrich mit Texas Lightning.

Ich will mich nicht weiter im Detail über den Fortgang der Veranstaltung auslassen.

Nur noch soviel: Roger Cicero war wirklich nicht schlecht und Natalia Barbu war phantastisch und obendrein noch meine persönliche Favouritin. Dass dann Marija Serifovic gewonnen hat, geht aber durchaus auch in Ordnung. Immerhin ist die Dame bei guter Stimme und hat sicherlich eher aufgrund ihrer Authenzität, denn optischer Performance geglänzt und gewonnen. Und irgendwie sollte es ja auch genau darum gehen. Oder nicht?

Vielleicht sollte der Westen einfach mal bessere und vor allen Dingen mutigere und innovativere Beiträge anbieten?

Bleibt noch die vieldiskutierte Frage, ob der Osten Europas hier den Schulterschluß geübt hat und die Beiträge aus West-Europa bewusst schlecht oder eben gar nicht bewertet hat.

Ich wage zu behaupten, dass man so etwas natürlich nicht ausschließen kann: Schließlich profitiert ja auch Deutschland immer wieder von Stimmen aus Spanien, Österreich und der Schweiz. Auf der anderen Seite war es guten Songs aber schon immer egal woher sie kamen. Wichtig ist und bleibt, dass Musik länderübergreifend die Herzen der Menschen berührt! Und das hat Marija Serifovic mit ihrem Lied offensichtlich getan.

Apropos England: wie viel tolle Musik haben die schon gemacht!  Und was schicken uns die Jungs und Mädels da Jahr für Jahr zum Grand-Prix? Ich bin mal gespannt, ob das jetzt das Ende der Fahnenstange war, oder ob es dann doch noch weiter abwärts gehen kann!

In diesem Sinne: Stöbern Sie doch einmal in unserem Angebot!

Hier gibt es phantastische Musik jenseits des Mainstream, die nämlich genau das bietet was dieser Veranstaltung über weite Strecken gefehlt hat: Authenzität, tolle Songs und immer wieder auch der Mut zum (musikalischen) Risiko!

Ein paar ganz persönliche Tipps aus unserem Sortiment bei CoArt-music!

Blues&Country

Pop

Rock

Jazz

Electronic

Schlager

Easy Listening

Folk

World

New Age