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inina gap - end of red
Inina Gap sind eine absolute Ausnahme-Erscheinung am Firmament elektronisch gefärbter Pop- und Rockmusik.

Schon mit dem ersten Album "Software Society" beschritt die Österreicher Formation eigene Wege. Eindrucksvoll machten die Musiker gleich auf ihrem Debut klar, dass sie neben dem Computer eben auch ihr Handwerk als Musiker und Songwriter verstehen. Da darf man jetzt natürlich gespannt sein, was das neue Album "The End of Red" für unsere Ohren bereit hält.
Ich denke, ich nehme nicht allzuviel vorweg, wenn ich sage, dass Inina Gap noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht haben. Der Name verpflichtet schließlich. ( ININA GAP - PAG ANINI ). Trotzdem glaube ich, wird "The End of Red" wahrscheinlich eher als ein Zwischenstadium im Entwicklungsprozess der Band zu sehen sein. Beim ersten Hören scheint das Konzept dieses Mal nicht ganz greifbar. So ist die erste Hälfte des Albums einfach umwerfend gut, zerfliesst dann aber gegen Ende ein wenig und klingt in dieser Phase dann streckenweise durchaus auch etwas anstrengend.
Nach dem eher elektronik-lastigen Vorgänger kommen auf "The End of Red" vermehrt handgespielte Instrumente zum Einsatz. Das Songwriting ist gewachsen und vielfältige neue musikalische Einflüsse sind auszumachen. Erinnerte "Software Society" doch eher an den Bristol-gefärbten TripHop-Sound der Neunziger, so ist das neue Album ein erster Schritt in eine ganz andere musikalische Zukunft.
Zappa-esque Breaks und Basslinien, verschachtelte Arrangements und Melodielinien, die an die Glanzzeiten der frühen "Genesis", "Van der Graaf Generator" oder auch "Yes" erinnern, sowie Acid-Jazz-inspirierte Stimmungen und Atmos, wie sie beispielsweise bei der britischen Band "Galliano" in den Neunzigern zu finden waren, treffen hier auf elektronische Klänge und ausgefeilte Gesangs-Arrangements.
Das heisst jetzt allerdings mitnichten dass "Inina Gap" hier aufgewärmte Prog-Rock-Kost im elektrischen Gewand offeriert. Im Gegenteil: Diese Band geht anscheinend unbeirrbar einen höchst eigenständigen Weg und lotet Grenzen und Möglichkeiten genau dort aus, wo andere Künstler leider allzuoft gerne stehen bleiben oder sich wiederholen.
"The End of Red" ist neu, ist einzigartig, stellenweise melodisch und äußerst sensibel, nur um dann wieder in rockigen Klängen zu explodieren. Nicht alles ist gefällig, manches gar sperrig, anderes dafür einfach nur traumhaft, schön, intensiv, fast wie nicht von dieser Welt. In dieser Musik ist unglaublich vieles von dem drin was moderne Popmusik groß gemacht hat und auch dem klassischen Teufels-Geiger und Namensgeber durchaus gut zu Gesicht stünde, so denn er heute noch einmal inkarnieren würde.
Earth Ling (Juni 2008)

Anspieltipps: Million $ B.L, Tree, Elephant
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