Im Interview bei CoArt-music: Beaver

Beaver hat schon vieles gemacht in seinem musikalischen Leben. Angefangen hat es mit den "Regensburger Domspatzen" und einer eher klassischen Ausbildung. Danach kam dann Rockmusik und sogar ein erfolgreiches, eigenes Label. Inzwischen ist er bei einer Musik angelangt , die man vielleicht am ehesten im Bereich "New Age" ansiedeln würde. Wir haben mit dem sympathischen Musiker aus Regensburg ausführlich gesprochen!
Interview: August 2006

CoArt: Lass uns doch erst mal kurz über deinen musikalischen Werdegang reden. Wie kamst du zur Musik?

Beaver: Angefangen hat alles damit, dass ich mit sieben Jahren schon Klavier und Akkordeon gespielt habe. Dann bin ich aus freien Stücken zu diesen Regensburger Domspatzen gegangen und hab dann da auch mein Abitur gemacht. Ich habe dann natürlich während dieser klassischen Ausbildung auch ein wenig Rockpiano gelernt und dann auch eine Rockband aufgebaut. Durch meine Ausbildung hatte ich aber auch sehr viel mit klassischen Dingen zu tun und da ist dann doch schon eine etwas eigene Mischung daraus entstanden. Mir hat diese Zeit sehr viel Spass gemacht.

CoArt: Gibt es irgendwelche musikalische Vorbilder oder Einflüsse aus jener Zeit an die du dich erinnerst?

Beaver: Ich bin aufgewachsen mit so Bands wie Doobie Brothers und Lynyrd Skynyrt, oder auch Supertramp und Saga. Pop-Rock halt! Aus dieser Ecke komm ich eigentlich. Ich habe auch immer sehr viel eigene Sachen gemacht mit meinen Bands. Das alles war so Ende der Siebziger. Man ist natürlich beinflusst davon. Insofern war mein erstes Album natürlich gewissermaßen ein Sammelsurium aus allen möglichen Stilen.

CoArt: Du hast dir relativ lange Zeit gelassen für deine erste CD?

Beaver: Ja, irgendwann habe ich dann halt meine erste CD gemacht, im Prinzip mit alten Songs. „Friends“ war eigentlich so eine Art "Best-of- Album" für mich. Die Songs sind eigentlich damals schon uralt gewesen. Ich habe sie aber neu arrangiert und dann eben aufgenommen. Ich hätte das eigentlich früher machen sollen, dieses Album. Die Zeit für solche Musik war da schon vorüber, glaube ich. Komischerweise stelle ich aber fest, dass man das aber inzwischen wieder besser hören kann. Es ist Musik, die jetzt gerade wieder mehr am kommen ist.

CoArt: Wie kam es denn dann zu diesem stilistisch doch sehr starken Wechsel bei deinem nächsten Album „Blue“?

Beaver: Das ist interessant, dass du mich das fragst. Das waren damals 5 Jahre, in denen ich mit Musik nicht allzuviel zu tun hatte. In dieser Zeit habe ich meine Lieblings-Wahlheimat Griechenland entdeckt. Da ist dann irgendetwas passiert mit mir. Ich habe dort dann auch den Minos Vlahos ( griechicher Maler, verantwortlich für das außergewöhnliche Artwork der CDs von Beaver) kennengelernt und bin zu einer komplett anderen Lebenseinstellung gekommen. Ich habe natürlich auch andere Musik gehört. Ich konnte zum Beispiel kein Radio mehr hören. Dadurch hat sich dann meine Musik auch verändert. Ich wollte einfach etwas anderes machen. Das Album selbst ist dann praktisch einfach passiert. Die Produktion hat nicht einmal drei Monate gebraucht.

CoArt: Manchmal braucht es wohl eine Pause, um neue Ufer zu erkunden. Wie kam es, dass du als Musiker 5 Jahre eher weniger mit Musik zu tun hattest?

Beaver: Zu dieser Zeit hatte ich auch noch einen Partner, mit dem zusammen ich eine Plattenfirma führte. I-Records hieß die damals. Wir hatten ein großes Tonstudio und waren damit unglaublich erfolgreich. Wir waren die Erfinder dieser „Sinnlos Telefonreihe“ und haben damals über 1,5 Millionen CD´s verkauft. Mit Musik hatten wir irgendwie zwar nicht den Erfolg, aber mit dieser Sache haben sie uns Tür und Tor eingerannt. Das gab mir natürlich eine gewisse Sicherheit und die Möglichkeit dann das zu tun was ich wirklich wollte. Im Endeffekt hat mir diese Geschichte Griechenland und das „Blue“-Album erst ermöglicht.

CoArt: Im Booklet von „Blue“ ist ein Gedicht enthalten: Fußabdrücke! Darin geht es um das Leben im weitesten Sinne und auch um Gott. Ist der Musiker Beaver ein religiöser Mensch?

Beaver: Nicht im Sinne der Kirche. Ich glaube an Gott in einem eher weiteren Sinn. Ich hatte da auch schon direkte Erscheinungen, sagen wir das mal so. Und dadurch hat sich viel geändert, das kann ich aber nicht erklären. Das hat sich natürlich auch in der Musik widergespiegelt. Ich bin in dieser Energie damals von Griechenland nach Hause gefahren und habe das Album, wie gesagt, praktisch in einem Rutsch aufgenommen. Das war wie ein Geschenk. Das hat sehr viel Spass gemacht.


CoArt: Es gibt nur sehr wenige Bilder von Dir! Bist du ein eher zurückhaltender Mensch?

Beaver: Ich bin keine „Rampensau“, also dieses Piano und die Keyboards sind irgendwie auch mein Schutz auf der Bühne. Ich arbeite lieber im Hintergrund. Ich könnte das überhaupt nicht haben, auf jeder CD mein Gesicht als Cover zu sehen. Ich finde das auch nicht wichtig für meine Musik. Wenn man das Cover nimmt und sich diese Musik anhört, hat man einfach viel mehr Freiheit in der eigenen Phantasie. Mehr als wenn da mein Gesicht drauf wäre.

CoArt: Apropos Cover. Das fällt natürlich zuallererst auf, wenn man deine CDs in die Hand nimmt. Diese liebevolle und phantastische Gestaltung deiner Booklets.

Beaver: Ich lege da unglaublich viel Wert darauf! Ich bin ja mit diesem Maler befreundet in Griechenland und ich war immer schon der Meinung, wenn eine CD schon 15,--€ kosten soll, dann schau ich, dass ich da auch wirklich Qualität abliefere. Das das vor allem auch gut ausschaut und dann, zumindest vom Artwork her auch nur schlecht kopierbar ist. Darauf lege ich sehr viel Wert.

CoArt: Was ist Dir denn wichtig für deine Musik? Was soll sie bewirken?

Beaver: Die Menschen sollen ihre eigene Phantasie mit reinbringen können. Das ist mir ganz wichtig. Ich möchte musikalische Bilder malen. Du sollst das anhören können, am Abend auf der Terasse oder auch nebenbei beim Lesen. Und natürlich auch ganz bewusst und konzentriert. Musik muß nicht immer anstrengend sein! (lacht)


CoArt: Arbeitest du eher alleine, oder sind da auch noch andere Musiker involviert auf deinen neuen CDs?

Beaver: „Blue“ habe ich ganz alleine gemacht, nur zusammen mit einem Techniker. Auf der „Gemini“, dem Nachfolger waren dann doch wieder mehr Leute dabei. Ich habe inzwischen auch ein neues Album praktisch fertig, nur habe ich mich bisher gescheut es zu veröffentlichen. Irgendwie hatte mir da noch etwas gefehlt. Dann habe ich letztens diese Sachen bei einem privaten Konzert in meinem Garten mit ein paar Freunden gespielt und gemerkt, dass diese Musik durchaus auch eine Prise Rock vertragen kann. Das will ich jetzt noch umsetzen.

CoArt: Möchtest du unseren Lesern gerne noch etwas mitteilen, etwas das dir persönlich wichtig ist?

Beaver: Ja! Ich finde es aus meiner Sicht ganz toll, dass es so Leute gibt wie euch! Die solche Sachen machen im Internet. Das muß man einfach mal so sagen. Es gibt ja leider nicht mehr die Plattenläden, so wie früher.  Geh doch mal zu Saturn oder zum Media-Markt und such solche Musik wie ich sie mache! Da findest du doch nur noch die Charts! Ich meine, im Internet habe ich jetzt glücklicherweise die Möglichkeit solche und auch jede andere Musik zu finden. Viele Künstler würde man doch sonst nie kennenlernen. Ich finde das toll!

CoArt: Vielen Dank für dieses ausführliche Gespräch! Wir sind gespannt auf deine neue CD!

Beaver: Ja, ich danke auch!

Die CDs von Beaver gibt es natürlich bei CoArt-music zu kaufen!

Klicken Sie einfach auf die Bilder und lauschen Sie der Musik von Beaver!

            

 

Einen entspannten Tag und viel gute Musik,
wünscht Ihnen ihr:
Earth Ling, Musikredaktion